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Einer von uns

Ich hatte Angst davor, dieses Buch zu lesen. Angst vor der Gedankenwelt des Mannes, der in Oslo und auf der norwegischen Insel Utøya im Juli 2011 den Tod von 77 Menschen verantwortete und unzählige weitere Menschen in tiefes Unglück stürzte – sei es durch ihre Verletzungen oder durch den Verlust eines geliebten Menschen. Wollte ich das wirklich lesen? Diese Akribie seiner Planung, die Motivation hinter dieser grausamen Tat? Und die „Nahaufnahmen“ vom Tod vieler mehrheitlich sehr junger Menschen? Ja, ich wollte. Ich hörte der deutschen Übersetzerin des Buches, Nora Pröfrock, während der Lesung im Berliner Literaturhaus am Wannsee zu, verstand die Schwere ihrer Aufgabe und war ihr und ihrem Co-Übersetzer Frank Zuber dankbar, dass sie die norwegische Fassung der Autorin Åsne Seierstad übertragen hatten.

Beim Lesen empfand ich Mitleid mit dem verlassenen Jungen, der zu dem grausamen erwachsenen Anders Breivik wurde. Da war soviel Traurigkeit und so wenig Liebe und Verständnis in seinem Leben – und ganz viele Ansprüche an ihn, denen er niemals gerecht werden konnte. Die Autorin hat sich sehr viel Zeit genommen, in die Kindheit und Jugend dieses Mörders einzutauchen, sie hat Fragen gestellt, die wichtig sind. All diese Fragen führen nur bedingt zu einer Antwort auf das große „Warum?“, mit dem vor allem diejenigen konfrontiert sind, die durch Anders Breivik große Verluste erlitten haben. Die ihr Leben neu ausrichten müssen, weil ein wertvoller Mensch in ihrer Mitte fehlt. Menschen wie Bano, die mit ihren Eltern aus dem Irak geflohen war und Simon, ein junger Mann, der das Kind einer ganz großen Liebe war – diese beiden seien hier stellvertretend genannt. Als genau beschrieben wurde, wie Anders Breivik schoss, musste ich das Buch aus der Hand legen. Aber dann dachte ich, dass die Opfer meinen Blick verdienten und las weiter.

Die Autorin hat in Einer von uns viele Fäden zusammengeführt. Sie hat alle Angehörigen der Toten und Verletzten auf diesem Weg mitgenommen und sich dem Thema bereits mit dem Titel einfühlsam angenommen. Ich empfehle dieses Buch allen, die damals von den Geschehnissen in Norwegen so schockiert waren wie ich, und die sich mit einfachen Antworten nicht zufriedengeben.

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Ein Buch aus Schweden

In dem schönen Buchladen Pankebuch hatte ich Glück und konnte das Buch Ich heiße nicht Miriam im schwedischen Original bestellen – denn ich wollte es unbedingt verschenken. An eine Freundin, die sehr gut Schwedisch spricht und versteht. Ich selbst hatte Jag heter Miriam von Majgull Axelsson aus der Bibliothek ausgeliehen und in der hervorragenden deutschen Übersetzung von Christel Hildebrandt gelesen. Die Geschichte hat mich im Wortsinn mitgenommen. Sie handelt von einer Frau, die von den Nazis in ein Konzentrationslager gebracht wurde. Und dieses KZ überlebt hat. Wie, das wird in diesem Buch so beschrieben, dass man sich einfach nicht entziehen kann. Es gab sie nicht, diese Distanz zwischen Leserin und Werk. Ich war IN dem Buch, und ich wollte, dass es so war. Als eine Frau, die nicht in ein anderes Land flüchten musste, um weiter existieren zu können. Als eine Frau, die ihren Namen nicht verstecken musste. So wie – ja – Miriam, die sich in Schweden eine neue Existenz aufgebaut hat. Und bei dem ganzen Versteckspiel (wenn man es angesichts der Tragik ein Spiel nennen darf) sie selbst geblieben ist. Was sich ganz besonders in der Beziehung zu ihrer Enkelin zeigt. Das Buch hat mich sehr berührt und begleitet mich weiterhin in meinen Gedanken.

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Sommerlektüre

Ich hatte einen runden Geburtstag – und freue mich über die wunderbaren Bücher, die mit soviel Bedacht für mich ausgewählt wurden und die ich seitdem lese. Und weil jetzt für viele die Ferienzeit kommt, stelle ich eine Auswahl der Romane vor.
Wie wäre es mit einem Lottogewinn? Selbst wenn wir kein Los kaufen, träumen wir alle davon, einfach so eine Million zu gewinnen und dann …. ja, was eigentlich? In Alle meine Wünsche von Gregoire Délacourt – aus dem Französischen sehr schön von Claudia Steinitz übersetzt – taucht diese Frage auf. Und es stellt sich heraus, dass es gar nicht so einfach ist mit so einem Lottogewinn. Weil sich plötzlich alles verändern könnte. Die Menschen lieben uns nicht mehr, weil wir so sind, wie wir sind. Zumindest denken wir das. Und vielleicht verlieren wir den Blick für uns selbst? Mit solchen und anderen Gedanken wird die Protagonistin Jocelyne konfrontiert, die ich sofort mochte. Ich konnte sehr gut nachempfinden, warum sie ihren Kurzwarenladen liebt. Und warum ihr Blog einen so großen Leserkreis findet. Schließlich geht es ums Nähen, Stricken und Sticken – um Selbstgemachtes, das die Menschen einander näherbringt. Und warum ein Hauptgewinn nicht unbdingt die reine Freude ist. Ob der Lottogewinn Jocelyne Glück bringt und ihre Wunschlisten am Ende kürzer werden – nun, das verrate ich nicht. Empfehlung: An einem ungestörten Nachmittag im Garten oder am Strand lesen.

Um Träume geht es auch in Schloss aus Glas von Jeannette Walls, übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann.
Der Titel ist im übertragenen Sinn und ganz real zu lesen. Der Vater der Familie, um die es hier geht, hat sehr viele Ideen und den Intellekt, diese Ideen umzusetzen – aber leider fehlt ihm am Ende stets der Bezug zur Realität, das Durchhaltevermögen. Und die Nüchternheit. Ja, er trinkt zuviel. Und spinnt sich mehr und mehr in seine Welt ein.
Die älteste Tochter, seine ‚Bergziege, die diesen autobiografischen Roman geschrieben hat, liebt ihn sehr und hadert gleichzeitig mehr und mehr mit seinem zerstörerischen Verhalten. Das Buch zeigt, was Familien aushalten und was sie auseinanderbringt. Und wie man überlebt. Auch eine Mutter, die sich eigentlich nur für sich selbst interessiert. Für alle, die ein – im guten, aber auch ganz schlechten Sinn – abenteuerliches Familienleben eine Romanlänge lang hautnah miterleben möchten.

Das nächste Buch hat der Autor David Safier seinen Kindern gewidmet – und seinen Großeltern, die im Holocaust ermordet wurden. 28 Tage lang begleitete ich Mira auf ihren gefährlichen Wegen durch das Warschauer Ghetto und wünschte ihr so sehr die Normalität, die ich bei meinem Spaziergang über den dortigen Markt mehr als 60 Jahre später erleben durfte. Immer wieder fragte ich mich, wie ich mich an ihrer Stelle verhalten hätte. Sie begleitete mich sogar bis in meine Träume. Heute kann man in Warschau weiterhin Spuren des Ghettos sehen und sich an einem Ferientag in die Zeit zurückversetzen, in der ein Menschenleben oft nichts zählte. Eigentlich unvorstellbar, dass einfach beschlossen wurde, eine ganze Bevölkerungsgruppe einfach so wegzusperren und vom Alltag der Stadt auszuschließen. Um sie dann weiterzutransportieren und schließlich zu vernichten. Und unvorstellbar sollte es immer bleiben. Ich wünsche diesem Buch viele Leserinnen und Leser, die wie ich mit Miras Schicksal mitfiebern, die spannend geschriebene Geschichte genießen und dabei nie vergessen, dass die Fiktion einen sehr realen Hintergrund hat.
Warsaw Ghetto

Warsaw Ghetto-Coming up for freedom

 

 

Warsaw Ghetto
Last, but not least, a book in English – Old Filth by Jane Gardam. I really do not know why I hadn’t read anything by this writer up to then. She evokes times long forgotten and clearly loves getting under the skin of her characters – and of her readers. The almost theatrical intro and several interludes form a frame for a masterfully crafted novel, where the life of Sir Edward Feathers, aka Eddie aka Old F(ailed)i(n)L(ondon)t(ry)H(ong Kong) unfolds. Also, but not only in the light of current events in the UK, this book provides a fantastic insight into the history of the British Empire, two wars and the peace that ensued – and what these historic events did to the fates of many people, to family structures and people’s emotions. The chance encounters in this novel are often baffling, yet I found them all credible in the end. Follow Eddie Feathers on his long journey from the Asian continent to Britain – a place he had to call home, but never felt it was. And ultimately, with a few detours, back to Asia. Departures, some forever, and some new arrivals. Maybe I am not finished with this story yet. Just as well it’s a trilogy!

 

 

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Grenzüberschreitungen

Das Trugbild – so lautet der Titel des neuen Romans von Kiel Westö, wie immer hervorragend von Paul Berf übersetzt.
Ein Kriminalroman? Auch. Eine Liebesgeschichte? Vielleicht. Ein historischer Roman? In gewisser Weise. Vor allem ist dieses Buch eines: Eine großartige Studie der einzelnen Protagonisten und deren Vorstellungskraft oder -schwäche. Als Leserin wurde ich hineingezogen in diese Gesellschaft in Finnland, die ein Ausbrechen des 2. Weltkrieges erst ahnen und dann immer deutlicher zum Vorschein kommen lässt – stets mit kunstvollen Rückgriffen auf Historisches, auf Entwicklungszusammenhänge. So mischt sich Fiktion mit Realität und reale Personen erscheinen wie Fantasiegestalten, die plötzlich wie aus dem Nichts vom Meer heranrudern. Grenzen von Beziehungen und Staaten werden ausgelotet, in Frage gestellt oder neu angelegt. Besonders faszinierend erscheint in diesem Zusammenhang die Beziehung zwischen Anwalt Thune und seiner Kontoristin, Frau Wiik. Ihr Zusammenwirken und ihr Schweigen aus unterschiedlichen Gründen war zu Recht ein zentrales Thema bei der Lesung in den Nordischen Botschaften in Berlin, die ich besuchte, ohne das Buch gelesen zu haben und die nun, nach der Lektüre, eine neue Dimension bekommen hat.

Mehr möchte ich nicht schreiben, ich erkannte den ‚whodunnit‘ recht schnell, was mich freute, denn Kjell Westö hatte seine Spuren meisterhaft verwischt. Unbedingt lesen!

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Bücher verbinden

Ich freue mich immer, wenn ich ein Buch geschenkt bekomme. Weil ich sehen kann, dass sich die oder der Schenkende Gedanken zu meinen Lesewünschen gemacht hat. Und ich mich beim Lesen ganz besonders mit der Person verbunden fühle, von der das Buch seinen Weg zu mir gefunden hat. So auch beim Traumsammler von Khaled Hosseini (nach The Kite Runner das zweite Buch, das ich von ihm lese) – in der deutschen Übersetzung aus dem Amerikanischen von Henning Ahrens.
Eine verschlungene Geschichte mit vielen Figuren und Schauplätzen, die doch immer wieder zu dem einen Ort zurückkehren, wenn auch oft nur in Gedanken: Shadbagh, einem fiktiven Dorf in dem sehr realen Afghanistan. Die  Menschen aus diesem Ort sind auf nahezu magische Weise miteinander verbunden, verlieren sich und als Leserin hatte ich nur den einen Wunsch – dass sie sich nicht nur in Gedanken erneut finden. Und ich darf mir diese Hoffnung machen, denn das ist ein Buch, in dem ein Mann aus Griechenland auf Reisen in Chile 4 Stunden zurückläuft, um ein ganz besonderes, von ihm versehentlich zurückgelassenes Foto wiederzufinden. Und eine Frau aus Paris nach Afghanistan fährt, um sich dort der Wahrheit ihrer Herkunft zu stellen.
Wenn dann nach intensiver Samstagslektüre am Nachmittag die Freundin anruft, die mir dieses Buch geschenkt hat, weil sie mit mir plaudern wollte, dann spüre ich die Magie dieses Buches sehr deutlich. Und glaube sehr fest an die Freundschaft (danke für das Geschenk, querida mía!).

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Umwege

Ich hatte dieses Buch schon lange im Auge. Und wusste nicht, in welcher Sprache ich es lesen wollte. Die Entscheidung fiel für die englische Übersetzung und ich ließ mir das Buch aus London mitbringe. Erst beim Aufschlagen sah ich, dass es sich um eine Übersetzung von Anthea Bell handelte (die gerade von der Deutschen Botschaft in London für Ihr Übersetzungswerk ausgezeichnet wurde) und war beglückt darüber. Schon der Titel ist eine Schönheit und hat die Übersetzung wunderbar überstanden, denn ich sehe bei In Times of Fading Light das abnehmende Licht durchschimmern – und ein Schimmer ist schön bei einer Übersetzung.
Den Umweg über die englische Sprache nehme ich selten bei deutschsprachiger Literatur. Aber hier war es eine bewusste Entscheidung, denn ich wollte dieses Buch nach der Lektüre an mir nahestehende englischsprachige Menschen verleihen und mit ihnen über diese deutsche Familiengeschichte sprechen, die von Zeit zu Zeit und von einem Ort zum anderen springt, so dass ich manchmal beim Lesen aufpassen musste, dass sie mich noch mitnahm, diese Geschichte.
Das Nichtdazugehören und doch Teil von etwas sein Wollen ist ein großes Thema von Alexander, einem der jüngeren Protagonisten der Geschichte. Er trägt die Verlorenheit seiner Eltern mit sich herum und reist damit nach Mexiko – seine Krankheit scheint ihn zu dieser Art Flucht zu bewegen. Die Flucht ist gleichzeitig eine Spurensuche, ein Versuch, die Großmutter besser zu verstehen, die nie im Deutschland der Nachkriegsjahre angekommen zu sein scheint und Mexiko im Herzen trägt. Auch ihre Schwiegertochter (und Alexanders Mutter) Irina kommt nicht an – und beide Frauen versuchen, sich auf unterschiedliche Weise Orte zu schaffen, die sich nach einem Zuhause anfühlen. Irina reißt dazu Wände ein und Charlotte wählt einen Wintergarten als Zufluchtsort. Dort gedeihen Pflanzen, die eigentlich ein warmes Klima benötigen – was sicherlich auch auf Charlotte zutrifft. Zuletzt muss sie dann mit ansehen, wie ihr zerstörerischer Mann ihr auch diesen Ort zunichte macht.
Am Ende des Romans wünschte ich mir ein bisschen weniger Verlorenheit. Aber diesen Gefallen taten mir Eugen Ruge und mit ihm seine Übersetzerin Anthea Bell nicht. Und ich denke mit etwas Abstand, dass ein Abschied vom Rauschen des Pazifiks zu diesem Buch genau passt. Es ist ein Gesprächsanlass über die deutsch-deutsche Vergangenheit, über Familiengeschichten, die in der (jetzt ehemaligen) DDR geschrieben wurden – und ein Anlass für mich, an meine Zeit an der University of Reading zu denken, als ich mich dort 1986/1987 mit der ‚Literature of the GDR‘ beschäftigte.

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Translation Theory

Dear colleagues – read Translation in the Digital Age by Michael Cronin!

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Hair and Identity

Americanah by Chimananda Ngozi Adichie is the story of Ifemelu and Obinze. Both see the United States as a place where they can achieve more than in their native country Nigeria. Ifemelu lives there – Obinze doesn’t. And it is through Ifemelu’s eyes that I as the reader explored her encounters with love, loss and prejudice. Race was not an issue in Nigeria, but in the USA, Ifemelu learns what it feels like to be judged because of the colour of her skin, her way of speaking the English language and because of – her hair! Whether she straightens it or not is a question of belonging. For me, one of the best parts of the book are set in a braiding salon, where Ifemelu reflects on her surroundings and her decision to return to Nigeria – burning all bridges in the USA, it seems, although she’s a successful blogger and academic. Thankfully, her move is not the end of her blog – the contents simply change after a short work interlude at a publishing house in Lagos. Again, her writing helps her to make sense of the world, of her love for Obinze, who seems to be close and still out of her reach. Obinze, who didn’t quite get to the land of his dreams and ended up in the UK instead – to live a nightmare rather than a nice, sunny promise. Their two lives are intertwined and touch on the lives of many others – and the writer, who holds all threads of their stories in her hand – weaves them into a complex tapestry. I learnt a few things about Nigeria and continue to admire Ifemelu’s integrity.

Translated from English into German by Anette Grube.

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Ein Buch, das traurig macht

Ich mag Bücher, die eine Handlung einrahmen. Das hat Julia Franck in Die Mittagsfrau meisterhaft getan. Peters Mutter ist für mich die Hauptperson und meine Lieblingsfigur des Romans. Ihr Name wird nicht sofort verraten – aus gutem Grund, wie sich später herausstellt. Warum das Buch traurig ist? Weil selbst die Liebe nicht hilft. Ich habe es sehr gern gelesen, bin in Gedanken in Berlin an den bekannten Orten herumspaziert und habe gehofft …. Mehr kann ich nicht schreiben, ohne zuviel zu verraten, finde ich. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass die beiden Weltkriege (auch) in diesem Buch vorkommen und ihre verheerenden Spuren bei den Menschen hinterlassen. Und Familien für immer verändern.

Und dass Anthea Bell den Roman ins Englische übersetzt hat. Titel: The Blindness of the Heart.

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A Reading in London

In my view, there is no better word than visceral to describe Hassan Blasim’s collection of short stories The Madman of Freedom Square. They touched me and they moved me deeply. The stories  tell us about the futile nature of war, about displaced people and people who stay at home. Home is in war-torn Iraq, where life is often perilous and marked by the loves, the joys and fears of everyday life. Death comes unexpectedly at home in The Market of Stories, where reading about a shoe has the same effect on me as a film scene with boots in ‚All Quiet on the Western Front‘ –  and is expected to turn up at every turn in the story The Truck to Berlin. I was lucky to be able to listen to Hassan Blasim and his English translator Jonathan Wright at an English PEN event, where they introduced the writer’s latest book The Iraqi Christ. They talked about the humour of the stories – a humour that doesn’t mask the horror. Humankind in all its rich facettes  – I’m looking forward to reading more by Hassan Blasim.

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