Eine Geschichte in Wien

„Kindern und Greisen sollte man noch viel mehr erlauben.“ Ein kluger Satz, gesprochen von Sigmund Freud, der als fiktive und doch ganz real wirkende Gestalt in einem Buch auftaucht, dass mir zunächst in meiner Familie und dann im Freundinnen- und Lesekreis begegnete. Und aus dem Lesekreis nahm ich es leihweise mit. Ich war gespannt auf Wien in der Zeit vor dem 2. Weltkrieg, auf die Geschichte der Hauptfigur Franz Huchel, der vom Land in die große Stadt zieht und die Verbindung zu seiner Mutter per Postkarte und Brief hält, und natürlich auf die Rolle des Begründers der Psychoanalyse. Das schön gestaltete Buch Der Trafikant von Robert Seethaler ist eine wunderbare Studie darüber, wie verwirrend es sein kann zu entscheiden, was für unser Leben wichtig ist. Und wie sehr uns Begegnungen mit Menschen auf diesem Weg beeinflussen. Wir berühren einander – in Worten, in Gesten und in Umarmungen. Und selbst unsere ganz individuellen Träume können für andere eine Bedeutung haben. Franz Huchel findet seinen eigenen Weg, seine Träume zu bewahren. Wie, das empfehle ich unbedingt nachzulesen.

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